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Stand: 08.02.2019

Pressemitteilung

Arnsberg einerwirALLE - Das wollen die Bürgerinnen und Bürger

Gefördert von der Aktion Mensch haben sich am 19. August der Caritas-Verband Arnsberg-Sundern e.V. und die Stadt Arnsberg mit einer Auftaktveranstaltung zur Feststellung der Wünsche und Bedürfnisse der Arnsberger Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zur inklusiven Kommune gemacht. Die Veranstaltung war mit 150 Teilnehmern, davon 30 Menschen mit Handicap gut besucht und lieferte eine Vielzahl von Informationen, die im Anschluss durch das Projektteam ausgewertet wurden.

"Es gab viele positive Rückmeldungen zum Thema Inklusion und den einzelnen Gesprächsrunden", so Matthias Otto, Projektverantwortlicher der Stadt Arnsberg. "Die Gesprächsrunden hatten unterschiedliche Größen, von 4-30 Teilnehmern. Zu jedem Thema haben sich Interessenten gefunden, die weiter an dem Projekt mitarbeiten möchten."  Es gibt auch weiterhin die Möglichkeit, sich für die Mitarbeit zu melden: Der Caritasverband und auch die Stadt Arnsberg verweisen für Interessierte jeweils über die Homepage auf die unterschiedlichen Kontaktmöglichkeiten des Projektteams. Besonders gefragt waren bei der Auftaktveranstaltung die Themen Beteiligung, Bewusstsein und Vernetzung. Das Ziel und die Idee der Bewusstseinsbildung zogen sich wie ein roter Faden durch alle Gesprächsrunden. Eine Feststellung war, dass Humor dazu gehört bzw. die Dinge manchmal mit Leichtigkeit anzugehen gut sind.

Auch Zitate von Teilnehmern, wie: "Durch eine frühe Isolierung haben wir nicht gelernt, gemeinsam zu leben." Oder: "Es ist falsch zu sagen: Es ist eben so! Ich kann nichts ändern." oder: "Die Schranken im Kopf müssen abgebaut werden.", zeigten, dass die Bereitschaft und der Wille in Arnsberg etwas weiterzuentwickeln sehr groß sind.

Die Ideen aus den einzelnen Gesprächsrunden wurden ausgewertet und lieferten folgende Ergebnisse:

Gesprächsrunden Bewusstsein:

Was sind unsere Vorurteile? - mit dieser Fragestellung wurden konkrete Lösungsideen wie z.B. ein Aktionstag zum Thema erarbeitet. Der Wunsch, gemeinsam Wege zum wertschätzenden Kennenlernen zu schaffen, das Veranstaltungen für ALLE angeboten und beworben werden sollen, war einstimmiger Tenor der Arbeitsgruppen.

Gesprächsrunden Mobilität:

Die Barrierefreiheit für Menschen mit Hörbehinderung stand in der 1. Runde im Vordergrund. Hier wurden besonders derzeit noch fehlende technische Hilfen zum Beispiel am Bahnhof oder ein Notrufsystem in Bus und Bahn thematisiert und von den Teilnehmern als wichtig empfunden.

In der 2.ten Runde wurden bereits vermutete Probleme wie Barrierefreiheit in Bus, Bahn und öffentlichen Gebäuden für Menschen mit Behinderung thematisiert.

Gesprächsrunden Arbeit:

Die Kooperationen von Arbeitgebern waren heißes Diskussionsthema, die Idee eines "Runden Tisches von Arbeitgebern" war seitens der Bürgerinnen und Bürger gewünscht. Weiterhin war die Beschäftigung von Menschen, die auf dem 1. Arbeitsmarkt keinen Platz finden, zentrales Thema.

Gesprächsrunden Wohnen:

Innovativ denken wurde hier gefordert! Mehr Zusammenschlüsse von Menschen mit und ohne Behinderung bzw. mit verschiedenen Behinderungen um Synergien und Vielfalt für alle nutzbar zu machen, war die Essenz der Gespräche. Wohnen sollte sich mehr an den Lebensphasen orientieren, ein Umzug aufgrund von schlechten Versorgungstrukturen sollte nicht erforderlich sein. Idealerweise sollte die Nutzung von Wohnraum generationsübergreifend sein.

Gesprächsrunden Vernetzung:

Hier stand die Definition von Vernetzung im Vordergrund: Vermittlung, Zusammenarbeit, Ergänzung, Unterstützung, Knotenpunkt,… waren einige der Ideen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Konkret wurde eine Informationsplattform vorgeschlagen, die für alle zugänglich ist und auf der man sich austauschen kann. Ganz wichtig war es allen, institutionelles Denken aufzubrechen, es muss mehr Vernetzung aller geben, um alle Ressourcen zu nutzen. Bisher kennen sich leider viele Beteiligte noch nicht.

Gesprächsrunden Beteiligung:

Als Voraussetzung erarbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass in kleineren Dimensionen gedacht werden muss und man sein Schubladendenken ablegen muss. Es sei wesentlich beim ICH zu beginnen - was kann ich tun? Nur dann könnten Barrieren zur Beteiligung abgebaut werden- ein mehr an Verständlichkeit, leichterer Darstellung, einfacher Sprache erreicht werden, um so alle zu beteiligen.

Gesprächsrunden Freizeit:

Freizeitangebote in Arnsberg müssen für alle bezahlbar sein, Zugänge zu Angeboten müssen geschaffen und Begegnungen aller Personengruppen ermöglicht werden. Vorhandene Berührungsängste sollen abgebaut werden. Einige Personengruppen trauen sich gar nicht zu Angeboten zu gehen. Bei den Angebotswünschen stand oft Sport im Mittelpunkt.

Gesprächsrunden Bildung:

Es muss multiprofessionelle Teams geben, die Inklusion anstoßen, steuern und umsetzen. Weiterhin muss Transparenz gefördert werden, auch den Eltern gegenüber. Schranken im Kopf sollten abgebaut werden.

"Es ist sehr erfreulich, dass bereits jetzt einige Institutionen, Einrichtungen und Vereine bereit sind, das Projekt als Kooperationspartner zu unterstützen" so Steffi Bierwagen, Projektleitung seitens des Caritasverbandes. Das Verfahren zum Hauptantrag der aufgeführten Themen bei der Aktion Mensch läuft um auch die Finanzierung des Projektes weiter durch die Aktion Mensch zu gewährleisten und das Projekt vollumfänglich umsetzen zu können.

"Jeder interessierte Bürger kann aktiv in seinem Sozialraum mitarbeiten", so Christian Stockmann, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes. "Es soll ein kontinuierlicher Dialog stattfinden. So entstehen Netzwerke auch für dieses Projekt und einige zeitnahe Teil-Projekte starten schon jetzt".

Bereits begonnen hat ein Schulprojekt im Caritasverband, ein Termin für eine Wanderung unter dem Motto "Arnsberg- EinerWirALLE! Wandert" wird in Kürze bekannt gegeben. Weiterhin wird am 09.10.2015 der Forderung nach einer inklusiven Arbeitswelt in Arnsberg nachgegangen.

Anmeldungen zu der Veranstaltung "Industrie 4.0 versus Inklusive Arbeitswelt!?" im Mariengymnasium Arnsberg können unter 02931-5208-112 oder info-wfbm@caritas-arnsberg.de erfolgen.

Konkrete Termine zu den nachfolgenden Aktionen werden in der Presse und auf den Internetseiten der Caritas und der Stadt vorab bekannt gegeben.