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Stand: 08.02.2019

Pressemitteilung

Besuch aus Minsk

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Dort trafen sie neben den Gästen der Tagespflege dieses Mal eine 5 köpfige Delegation aus der Stadt Minsk in Weißrussland (Belarus) an. Hintergrund des 3tägigen Besuches in der Stadt Arnsberg ist die demografische Entwicklung in Weißrussland, in deren Folge zunehmend ältere Menschen in Städten und Dörfern leben. Unterschiedliche Organisationen haben sich im vergangenen Jahr in Belarus zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen für ältere Menschen einzusetzen und die Altersbilder in der Gesellschaft positiv zu verändern. Dabei steht der "Dialog der Generationen" im besonderen Fokus der Studienreise. Die Gäste wollten erleben, welche positive Wirkung die Begegnung zwischen Jung und Alt für beide Seiten hat. So stand zusätzlich zu dem Besuch in der Tagespflege, auch ein Treffen mit den Caritas ambulant unterstützenden Diensten (CaramunDi) an.

Seit 10 Jahren besteht bereits die wunderbare Kooperation zwischen der AWO Kita "Kleine Eiche" und der Tagespflege. Gemeinsam haben sie vor einigen Jahren die Weiterbildung "KIDZELN - Kindern Demenz erklären" besucht. Eine Spielmodulreihe, in der die ErzieherInnen und AltenpflegerInnen einen bunten "Werkzeugkoffer an die Hand" bekommen, mit vielen kreativen Ideen für die gegenseitigen Besuche.

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Nach dem Begrüßungsritual "Wir woll´n uns begrüßen und machen das so, hallo, hallo…", erzählte die engagierte Märchenerzählerin Elke Wirth aus Arnsberg das Märchen "Der Froschkönig". Gebannt lauschten alle ihren Worten. Es war "mucksmäuschenstill" im Raum. Eine Stecknadel könnte man fallen hören. Anschließend gestalteten die Kinder eine Rätsel-Runde mit magischen Märchen-Symbolen. Dabei "zauberten" sie aus dem Maul des Froschkönigs Gegenstände hervor und zeigten sie im Stuhlkreis herum. In ihren Händen lag eine Erbse, ein Stern, ein Federkissen, ein Apfel und sieben Becher. In einem versteckte sich ein goldener Ring. Mit Freude beteiligten sich die Senioren und Gäste aus Belarus an diesem interaktiven Spiel. Ein lustiger Dialog entstand. Humor kennt kein Alter. Schnell waren die Rätsel gelöst. Mit dem "Goldenen Ring" aus dem Märchen "Die sieben Raben" hatten die Kinder etwas Geheimnisvolles vorbereitet. Beim Spiel "Ringlein, Ringlein du musst wandern, von der einen Hand zur anderen…", entstanden persönliche Begegnungen, Schmunzeln, Lachen, Scherzen und schon bald konnten alle das Lied mitsingen. Erinnerungen an die Kinderzeit erwachten. Die Kinder öffneten Herz und Mund. Sie wirkten wie "Eisbrecher". Schöne Augenblicke, die das Herz berühren.

Musik verbindet Generationen und überwindet Grenzen. Eine besondere Überraschung hielt Wolfgang Wirth bereit. Er hatte eine Mandoline mitgebracht. Seine Musik war wunderbar. Ganz spontan spielte er auf seinem Instrument ein russisches Volkslied. Die Gäste aus Belarus waren überrascht. Sie erkannten die Melodie sofort und sangen begeistert mit. Die Kinder und Senioren klatschten dazu im Takt. Ein Moment, der ganz schnell sprachliche Barrieren überwandt und ein "Wir-Gefühl" entstehen lies. Augenblicke, wie diese sind goldwert!

Als kleine Stärkung verteilten die Kinder Apfelstücke vom leckeren Schneewittchen-Apfel an die Gäste. Mit dem fröhlichen Lied "Die Uhr schlägt bum, die Zeit ist um…" verabschiedeten sich die Kinder. Sie freuen sich schon auf den nächsten Besuch in der Tagespflege.

Im anschließenden Fachgespräch und gemeinsamen Erfahrungsaustausch erzählten die Gäste aus Belarus zunächst von den Projekten in ihrem Land. Sie sind sehr daran interessiert, wie eine Tagespflege in Deutschland strukturiert ist und welche Bedeutung sie als ambulante Versorgung einnimmt. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Delegation der vertrauensvollen Netzwerkarbeit zwischen der AWO Kita "Kleine Eiche" und der Tagespflege des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern, als auch der Zusammenarbeit zwischen den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern beider Einrichtungen, die geprägt ist von Augenhöhe, Respekt und Wertschätzung. Die herzliche Willkommenskultur ist Schlüssel zum Erfolg!

Besonders das freiwillige Engagement der Theaterspielerin Doris Braukmann, der Märchenerzählerin Elke Wirth und ihrem Ehemann, dem Mandolinen-Spieler Wolfgang Wirth, sowie der treuen und engagierten Helferin der Tagespflege Annemarie Wiegard beeindruckte die Besucher aus Belarus. Es war ein spannender Tag für Alt und Jung, ohne jegliche Barrieren in den Köpfen!

"Der Besuch der Kinder bei den Seniorinnen und Senioren war einer der berührendsten Momente unserer Reise. Die glänzenden Augen der jungen und alten Menschen sprechen mehr als tausend Worte. Es war ein Geschenk für uns, dies erleben und mitfühlen zu dürfen. Wir sind durch diese Erfahrung ermutigt, ähnliche Wege in unserem Land zukünftig zu gehen und die "Türen" für den Dialog zwischen Alt und Jung zu öffnen", so das Resümee einer Dame aus Belarus. Danke für diese anerkennenden Worte. Wir machen weiter, denn "Engagement macht uns stark!"

 

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