URL: www.caritas-arnsberg.de/organisation/presse/interkulturelle-schulung-642b6556-aa0e-4355-be14-15e37fe5c487
Stand: 08.02.2019

Pressemitteilung

Interkulturelle Schulung

20180615_ABW_Interkulturelle_Schulung

Alexandra Nitschke, Sozialpädagogin bei der Integrationsagentur im Verband, führte mit viel Humor, Erfahrung und Gelassenheit durch die angesetzten vier Stunden. Zunächst schätze jede Kollegin sich selbst ein und suchte Bezeichnungen für sich und ihre verschiedenen Rollen im Leben. Wichtig war der folgende Austausch darüber, warum welche Bezeichnung der Selbstbeschreibung mehr oder weniger spontan gewählt wurde.

Dann sensibilisierte Frau Nitschke die Betreuungskräfte und schulte die Selbstwahrnehmung und Eigenreflexion, indem geschaut wurde, mit welchen Brillen jeder Mensch wahrnimmt und in welche "Schubladen" Mitmenschen gesteckt werden. Hierzu machte das ABW Team einige aktive Übungen, kam anschließend ins Gespräch und tauschte sich aus. Auffallend war, wieviel die eigene Erfahrung, Sozialisation und das individuelle Umfeld mit den mutmaßlichen "Schubladen" zu tun haben. In der Psychologie spricht man u.a. von Übertragungsprozessen, die uns alle im Handeln und in der Bewertung von anderen Menschen, Situationen und Prozessen mit beeinflussen.

Frau Nitschke betonte mehrmals die Wichtigkeit der menschlichen Begegnung, "denn nur in der Begegnung fühlen wir uns wahrgenommen, sind authentisch, fühlen uns angenommen bzw. sicher und lernen unsere Mitmenschen unabhängig von Haut- und Haarfarbe kennen." Die Anwesenden stellten viele parallelen in den Bereichen der Immigrationsarbeit und der Hilfe für Menschen mit Assistenzbedarf fest. Vorurteile, Berührungsängste, Sozialneid und "Schubladendenken" kennt jeder Mensch unabhängig von Handicap, Status und Beruf. Gut ist es, seine Wahrnehmung, Gefühle und Handeln im Kontakt mit anderen Menschen zu schulen, um sich selbst bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren. Im Idealfall kann so aus einem Kontakt eine echte zwischenmenschliche Begegnung werden, mit einem "AHA-Erlebnis", was sicher jeder schon einmal hatte.

"In unserem multiprofessionellen Fachdienst sind Kolleginnen mit unterschiedlichsten Wurzeln. Wir sprechen türkisch, persisch, russisch und italienisch, was sehr bereichernd, hilfreich und spannend ist. Zukünftig werden wir sicher mehr gefordert sein, um den verschiedensten Bedürfnissen der Klienten gerecht zu werden. Toleranz, Sprachverständnis sowie Hintergrundwissen zu den Kulturen sind für uns unabdingbar", so Katja Sommer, Einrichtungsleiterin des Ambulant Betreuten Wohnens.

 

Download

20180615_ABW_Interkulturelle_Schulung

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF-Download.