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Stand: 05.11.2015

Pressemitteilung

Sternenweg Meschede tritt für die Begleitung lebensverkürzt erkrankter Kinder ein

Dass Eltern immer wieder gesagt bekommen, das muss doch heute nicht mehr sein? Dass Eltern darunter unendlich leiden? Dass diese Eltern ihre lebensverkürzt erkrankten Kinder unendlich lieben? Dass diese Eltern oft sehr isoliert mit ihren Kindern leben, weil alle verunsichert und hilflos sind?

Dass diese Behauptung völlig unhaltbar ist? - Weil unser Leben nicht nach Plan verläuft, weil so vieles im Leben unwägbar ist! Dass die Kinder und Jugendlichen genauso am Leben teilhaben möchten, wie alle anderen Kinder und Jugendlichen auch - mit ihren besonderen Bedürfnissen und Interessen - auch im Angesicht des möglichen frühen Sterbens?

Dass der "Sternenweg", der ambulante Hospizdienst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene seit vielen Jahren im Hochsauerlandkreis diese ganz besonderen Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien über viele Jahre hinweg begleitet? Und, dass der Sternenweg immer noch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Raum Meschede, Schmallenberg und Umgebung sucht? Denn Sprachlosigkeit kann zur Einsamkeit führen und Sie können das ändern!

Es gibt ein Leben neben dem Hamsterrad des Alltags. Mitarbeiter des Sternenweges berichten: "Wir können die kleinen Dinge im Leben wieder entdecken und sie ganz besonders wertschätzen. Wir können uns und anderen Menschen mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit begegnen. Wir müssen gar nicht tausende Stunden dafür an Zeit mitbringen - einmal die Woche oder sogar alle 14 Tage reicht ein Besuch - ehrlich, regelmäßig und verbindlich!"

Dabei ist niemand alleine, sondern in einem Team gut aufgefangen: mit anderen Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen, mit ihnen in den Austausch gehen, Lebensimpulse austauschen, nach dem tieferen Sinn suchen und den Horizont erweitern.

Ursula Elisa Witteler, Koordinatorin und Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes "Sternenweg" unter der Trägerschaft des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern e.V., ist beeindruckt von der tagtäglichen Leistung der Familien und der bedingungslosen Liebe, die sie ihren Kindern schenken. "Der Pflegenotstand wirkt sich im Kinder- und Jugendbereich besonders extrem aus. Familien stehen häufig alleine da oder bekommen nur unzureichende Hilfen. Die Eltern, Geschwister und betroffenen Kinder wachsen ständig über sich hinaus. Ich kann das nur bewundern und versuchen, mit all unseren Kräften die Familien zu stärken und mit ihnen zu überlegen, wo und wie wir sie unterstützen können. Professionelle Pflege können wir nicht übernehmen - und doch sind wir für die Familien eine große Entlastung."

Eine Mutter schrieb dem Team: "Ich liebe meine Kinder. Nicht, weil sie gute Noten nach Hause bringen, sich gut benehmen. Nein! Ich liebe sie bedingungslos. Diese Liebe ist nicht an Leistung und Perfektion gekoppelt. Was nützt es denn, körperlich gesund zu sein, wenn ich nicht geliebt werde? Mein Kind kann traurig und auch sehr wütend sein und es kann auch herzlich lachen. Es ist voller Vertrauen in die Familie. Es liebt Chips und Schokolade und teilt die ersteren gerne mit unserem Hund."

Urusla Elisa Witteler: "Wir wissen nicht, wie viele Stunden, Tage, Monate oder Jahre die Kinder und Jugendlichen leben werden, die wir über lange Zeit begleiten. Doch wir wissen, dass wir sie in dieser Lebenszeit mit Spaß, Freude und Leichtigkeit begleiten können. Und wir sind da, wenn es ihnen schlecht geht, sie traurig sind und Fragen haben. Wir bleiben, wenn andere hilflos gehen und sind schon da, wenn das Vertrauen erstmal aufgebaut werden soll."

Geschwister stehen für die ehrenamtlichen Begleiter des Sternenweges genauso im Fokus wie der erkrankte Bruder oder die erkrankte Schwester. "Wir begleiten, stärken und bauen Vertrauen auf, in dem wir regelmäßig nach Hause kommen, "Da" sind, spielen, toben, sprechen, schweigen und miteinander lachen. Wir halten Fragen und Ungewissheit aus, suchen nach Lösungen für schwierige Situationen und knüpfen Kontakte zu anderen Geschwistern", so Sophie Gerlach, ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Dies alles kann ambulante Hospizarbeit im Kinder und Jugendbereich sein. Und Sie?

Möchten Sie Dabeisein und Unterstützen?

Trauen Sie sich! Sie gehen gut vorbereitet nach einem 100-stündigen Kurs in die Familien. Sie werden aufgefangen von anderen ehrenamtlichen Begleitern und den Koordinatorinnen, die immer an Ihrer Seite stehen.

Zu einem allgemeinen Informationsabend, an dem auch weitere Termine des Vorbereitungskurses bekannt gegeben und Inhalte vorgestellt werden, lädt der ambulante Hospizdienst "Sternenweg" herzlich ein.

Dienstag 15.05.2018 um 19:00 Uhr im gemeinsamen Kirchenzentrum Meschede, Kastanienweg 6.

Informationen bekommen Sie auch bei dem Team des Sternenweges unter der Rufnummer: 02932 8055590.

 

"Du zählst, weil Du du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben." Cicely Saunders

 

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20180508_Sternenweg_Meschede_Infoabend

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